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Precision Touch Design (by D. Stanwood, USA):
Das Verfahren setzt neue Maßstäbe bei der Konstruktion und Optimierung von Flügelmechaniken und bringt diese auf ein höheres Niveau als es bisher möglich war.
Grundlage des Systems ist die Kalibrierung der Mechanikteile für eine gleichmäßige Massenverteilung innerhalb des Spielwerks.
Gewichtsunterschiede bei der anschlagenden Masse (Hammer + Stiel) und unterschiedliche Reibungsmomente der Mechanikachsen führen bei der Montage des Spielwerks zu erheblichen Differenzen in Menge, Größe und Position der Tastenbleie.
Ein Beispiel:
Hammer (+ masserelevanter Teil des Hammerstiels) Nr. 40 hat ein Gewicht von 9,1g.
Ein leichter Hammerkopf trifft hier beispielsweise auf einen leichten Hammerstiel. Die Reibung innerhalb des Systems Nr. 40 (Achsen und Reibungspunkte von Hammer bis Taste) liegt bei 7,4g
Hammer Nr. 41 liegt (mit Stielanteil) bei 9,5g, die Reibung in diesem System bei 11,4g.
Die Folge: System Nr. 41 muss bei einem üblichen Übersetzungsverhältnis von beispielsweise 1:5,5 mit mindestens einem Blei mehr in der Taste „ausgeglichen" werden, um ein einheitliches, statisches Niedergewicht von z.B. 50g zu erhalten.
Beim dynamischen Spiel hat der Pianist bei Taste 41 nun aber mehr Masse zu bewegen als bei Taste 40.
Die Folge:
- Der Kraftaufwand für das Erzielen des gewünschten Klangs ist höher als bei der Nachbartaste oder
- der Ton ist unterschiedlich laut und hat eine unterschiedliche Klangfarbe bei gleichem Kraftaufwand.
Die Intonation bietet hier zwar begrenzten Einfluss auf die Klangcharakteristik, ein kontrolliertes Spiel bleibt aber aufgrund unterschiedlich schwerer Systeme von Taste zu Taste - gerade vom pianissimo bis zum mezzoforte - schwieriger als nötig.
Interessanterweise kann man feststellen, dass Klangunterschiede innerhalb der Lagen eines Instruments, die vor der Kalibrierung von Hammer und Taste signifikant im Instrument waren, bei der Installation eines Precision Touch Designs oft fast völlig verschwinden.
Das Verfahren optimiert also nicht nur das Spielwerk für eine Vorhersagbarkeit von Eingabe und Resultat, sondern verbessert zudem die Gleichmäßigkeit in Klang und Modulation.
Es liegt mittlerweile eine große Datenmenge von analysierten Flügeln vor.
Eine einfache Spielwerkanalyse lässt Schlussfolgerungen auf mögliche Probleme zu und ermöglicht es erstmals, eine Spielart mathematisch zu beschreiben.
Änderungswünsche können so im Gespräch und ggf. mit Proben am Instrument klar definiert und anschließend umgesetzt werden.
Bitte beachten Sie: Es handelt sich bei Precision Touch Design um einen „after-market-service", der herstellerseitig nicht angeboten wird.
Sollten Sie derzeit auf der Suche nach einem Neuinstrument (nur Flügel!) sein und Interesse an diesem System haben, sprechen Sie uns bitte vor dem Kauf an!
Vielen Dank für Ihr Interesse!
Ihr
Martin Höllriegl
Klavier- & Cembalobauermeister Konzerttechniker Lizensierter PTD-Techniker
Copyright PIANO HÖLLRIEGL 2011 |